Dividende: Alles rund um die Ausschüttung

Tasse Tee

Abwarten und Tee trinken: Die Dividende stellt passives Einkommen dar und erlaubt es Anlegern durch laufende Einnahmen bei der Kapitalanlage etwas entspannter zu sein.

Die Grundlagen

Was ist eine Dividende?

Als Aktionär bist du Miteigentümer eines Unternehmens. Dadurch bist du am Gewinn aber auch am Verlust der Gesellschaft beteiligt. Hoffentlich handelt es sich um satte Gewinne. Der Vorstand kann eine Dividende vorschlagen. Diese ist die (teilweise) Ausschüttung des Gewinns an die Aktionäre.

Stimmt die Hauptversammlung der Dividendenzahlung zu, wird sie darauf hin an die Aktionäre ausgezahlt. Manche Investoren setzen bewusst auf Dividenden, da sie laufende Einnahmen generieren wollen. Dividendenaktien sind eine Quelle für passives Einkommen. 

Wie erhältst du die Dividende?

Dividenden werden in Deutschland am dritten Geschäftstag nach der Hauptversammlung in dein Depot eingebucht. Um die Dividende zu erhalten, musst du am Tag der Hauptversammlung Aktionär sein. Für ausländische Unternehmen gelten andere Vorschriften. Mitunter zahlen diese oft auch halbjährlich oder quartalsweise Dividenden. Über die jeweiligen Voraussetzungen zum Erhalt der Dividende, kannst du dich auf der jeweiligen Unternehmenswebsite informieren.

Dividendenbesteuerung

Dividenden unterliegen in Deutschland genauso wie Kursgewinne der Abgeltungssteuer. Diese liegt bei 25%. Je nach Bundesland fällt darüber hinaus noch der Solidaritätszuschlag i.H.v. 5,5% der Abgeltungsteuer an. Die gesamte Steuerbelastung liegt dann bei 26,375 %. 

Auf Dividenden ausländischer Unternehmen wird außerdem Quellensteuer in unterschiedlicher Höhe erhoben. Deine Depotbank rechnet aber je nach Doppelbesteuerungsabkommen bis zu 15% Quellensteuer automatisch bei der Abgeltungsteuer an.

Hierzu zählen:

  • Brasilien, Großbritannien, Irland (0% Quellensteuer)
  • Niederlande, Japan, Luxemburg, Russland (15% Quellensteuer)
  • USA (30% Quellensteuer, jedoch wegen Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland nur 15%)

Andere Länder erheben teils höhere Quellensteuern. Das Bundeszentralamt für Steuern bietet hierfür eine gute Übersicht. Für noch nicht im Rahmen der Abgeltungsteuer angerechnete Quellensteuer stellst du einen Antrag auf Rückerstattung.

Dividendenrendite berechnen

Die erste Kennzahl zur Beurteilung von Dividendenunternehmen ist die Dividendenrendite. Um zu wissen wie hoch die Dividendenrendite ist, teilst du einfach die Dividende durch den Aktienkurs. 

Beträgt die Dividende pro Aktie beispielsweise 4 Euro und der Kurs der Aktie steht bei 100 Euro, dann beträgt die Dividendenrendite 4%.

Vor- und Nachteile der Dividende

Die Vorteile von Dividenden liegen auf der Hand. Regelmäßige Ausschüttungen bedeuten laufenden Cashflow. Dadurch kannst du ein passives Einkommen aufbauen. Dividenden werden meist auch (evtl. gekürzt) in schwierigen Marktphasen gezahlt und stellen so neben schwankenden Kursen eine stabilere Renditekomponente dar. 

Dividenden haben darüber hinaus eine disziplinierende Wirkung auf das Management. Bei Dividendenzahlung wird die Möglichkeit der Eigenfinanzierung eingeschränkt. Die Unternehmensziele müssen so mit geringerem finanziellen Spielraum erreicht werden. Neue Kapitalgeber erwarten hohe Renditen, die erstmal vom Unternehmen begründet werden müssen.

Zu den Nachteilen der Dividende zählt allen voran, dass dem Unternehmen die ausgeschütteten Gewinnanteile nicht für Investitionen zur Verfügung stehen. Damit werden die Wachstumsmöglichkeiten des Unternehmens eingeschränkt. Anleger gehen davon aus, dass sie die erhaltenen Mittel besser verwenden können, als das Unternehmen. In vielen Fällen ist das jedoch nicht der Fall.

Weiterhin sind Dividenden nicht garantiert. Als gewinnabhängige Größe droht bei schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen unter Umständen die Kürzung oder der Ausfall. Investoren die auf passives Einkommen angewiesen sind, sollten daher unbedingt für eine ausreichende Diversifikation in unterschiedliche (und konjunkturresistente) Branchen sorgen.

Wann machen Dividenden Sinn?

Zum Aufbau eines passiven Einkommens sind Dividenden gut geeignet. Bereits mit kleinen Beträgen kannst du über Aktien- oder Fondssparpläne Zugang zu Dividendenzahlungen erhalten. Gerade im Alter werden Dividenden von Anlegern geschätzt, denn sie bieten nicht zuletzt eine Möglichkeit, das monatliche Einkommen aufzubessern. 

Beim langfristigen Vermögensaufbau sind Dividenden ein wichtiger Bestandteil. Die Wiederanlage ist dabei zu empfehlen, solange die Ausschüttungen nicht anderweitig benötigt werden. So nutzt du den Zinseszinseffekt voll aus. Folgende Grafik zeigt den DAX einmal mit Dividenden (blau) und ohne Dividenden (rot). Der Unterschied ist beträchtlich.

DAX mit und ohne Dividenden. Die Dividende leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesamtrendite.
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Obwohl die Dividende einen wichtigen Beitrag zur Gesamtrendite der Aktie leistet, gilt es abzuwägen. Wachstumsunternehmen schütten in der Regel aus gutem Grund keine Gewinne aus. 

Warum zahlt Amazon keine Dividende? 

Obwohl Amazon heute ein globales und riesiges Unternehmen ist, befindet es sich immer noch auf Expansionskurs. Immer neue Produkte und Märkte werden erschlossen, zuletzt beispielsweise durch Amazon Fresh. Expansion und Wachstum kosten Geld und einbehaltene Gewinne stellen eine wichtige Finanzierungsquelle dar. 

Das Wachstumspotenzial und damit das Potenzial für kräftige Kursgewinne, wird unweigerlich geschwächt, sollte Amazon Teile seiner Gewinne an die Aktionäre ausschütten. Wenn für dich laufende Einnahmen wichtiger als potenzielle Kursgewinne sind, dann machen Dividenden für dich Sinn. 

Natürlich schließt das eine das andere nicht aus. Dennoch beeinträchtigen Dividenden das Wachstumspotenzial des Unternehmens.

Worauf du achten solltest

Bei der Beurteilung eines guten Dividendenunternehmens gibt es einiges zu beachten. Auf die Frage, welche Dividendenrendite gut ist, gibt es keine pauschale Antwort. Grundsätzlich sollten Dividenden nur dann ausgeschüttet werden, wenn es die Ertragskraft des Unternehmens erlaubt. Dividenden, die durch Schulden finanziert sind, gelten das als Warnzeichen. 

Eine hohe Dividendenrendite ist entweder in einem niedrigen Kurs oder einer hohen Dividende begründet. Da die Dividende von Jahr zu Jahr jedoch meist nur wenig steigt, sind hohe Renditen in der Regel auf gefallene Kurse zurückzuführen. Und dafür ist meist ein schlechterer Unternehmensausblick verantwortlich. 

Bei der Suche nach Dividendentiteln solltest du also neben der Dividendenrendite weitere Merkmale berücksichtigen. Folgende Kennzahlen sind ein guter Anfang:

Ausschüttungsquote: Die Ausschüttungsquote sollte nicht zu hoch sein. Bei Ausschüttungen von mehr als 75% des Gewinns, muss hinterfragt werden, welche Mittel dem Unternehmen noch für Investitionen und Wachstum übrig bleiben. Dividenden sind aus Unternehmenssicht immer gegenüber Investitionen abzuwägen.

Verschuldungsgrad: Der Verschuldungsgrad ist das Verhältnis aus Fremdkapital zu Eigenkapital. Schulden werden auch wieder zurückgezahlt und das belastet den Cashflow. Eine hohe Schuldenlast bedroht die Zahlung einer Dividende bei schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Ein Vergleich mit Verschuldungsgraden der Wettbewerber ist meist hilfreich.

Free Cash Flow: Der Free Cash Flow (FCF) bezeichnet die liquiden Mittel, die zur Ausschüttung an Investoren zur Verfügung stehen. Der FCF ist damit die Basis für die Dividendenzahlung. Ein langfristig steigender Free Cash Flow ermöglicht eine nachhaltig steigende Dividende.

Umsatz- und Gewinnwachstum: Halte auch beim Umsatz und Gewinn nach Wachstum Ausschau. Macht ein Unternehmen Verlust, zahlt es im Verlustjahr keine Dividende. Für eine kontinuierliche Dividendenzahlung und Dividendenwachstum ist daher auch das Gewinnwachstum unerlässlich.

Bild: freestocks.org / Pexels

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